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Tag der Kinderrechte

Geschrieben von: Anna Oberzaucher

Am 20. November ist der Internationale Tag der Kinderrechte. An diesem Tag wurde 1989 die UN-Kinderrechtskonvention verabschiedet, die betont, dass Kinder keine zu klein geratenen Erwachsenen sind, sondern eigenständige Personen mit ganz speziellen Bedürfnissen. Auch an unserer Schule werden Menschenrechte/Kinderrechte sehr ernst genommen. Daher wird jedes Jahr der Tag der Kinderrechte entsprechend gestaltet.

Die Grundstufe 2 hat gemeinsam bei vier Lehrer:innen zum Thema Kinderrechte an Workshops gearbeitet. Zu Beginn sind wir alle mit Hilfe eines Buches in das Thema eingetaucht: „An dem Tag, als Saida zu uns kam“, von Susana Gomez Redondo und Sonja Wimmer.

Zuerst stellte ich den Kindern das Buch vor, welches das Recht auf Frieden und Anderssein thematisiert. Das Buch ist wunderschön gezeichnet/illustriert, aber schwierig zu verstehen für Kinder, da es mit Zweideutigkeit arbeitet. Ich habe bei der Präsentation versucht, das Buch so mit den Kindern aufzuarbeiten, dass die Menschenrechte für sie erkennbar waren.

Kurz  zum Inhalt: Es geht um Saida, die aus Marokko flüchten muss und im neuen Land ihre Sprache nicht mehr findet. Ein Mädchen möchte Saidas Freundin werden und wundert sich, dass sie nicht spricht. Sie will ihr helfen, ihre Wörter wiederzufinden. Am Ende lehren sich die Kinder ihre Muttersprachen gegenseitig und es entsteht eine schöne Freundschaft.

 

Meinen Workshop gestaltete ich gemeinsam mit der muslimischen Religionslehrerin. Wir suchten uns 5 Menschenrechte heraus:

  • Recht auf Friede
  • Recht auf Religionsfreiheit
  • Recht auf Gleichheit
  • Recht auf Meinungsfreiheit
  • Wahlrecht

Diese Rechte schrieb meine Kollegin auf Arabisch auf einen A4 Zettel. Darunter stand das Wort in Lautschrift und in Deutsch.

   

Wir besprachen diese Rechte und was diese für die Menschheit bedeuten. Gemeinsam versuchten wir die Wörter auf Arabisch auszusprechen. Dabei haben wir uns sehr schwer getan. Der Klang der anderen Sprache, eine andere Schrift, überhaupt eine andere Leserichtung - ein absolutes Nichtverstehen. Mit diesem Gefühl habe ich versucht den Kindern die Situation von Flüchtlingskindern näher zu bringen. Einmal selbst " der andere" oder "die andere" zu sein, war für die meisten Kinder eine völlig neue Erfahrung.

Danach haben wir besprochen, warum es so wichtig ist, dass man unvoreingenommen jeden Menschen herzlich willkommen heißt. Egal welche Hautfarbe, Haarfarbe, Körperbau oder welche körperliche und geistige Verfassung jemand hat, egal welcher Nationalität derjenige/diejenige angehört oder welche Sprache er/sie spricht. Dazu hat meine Freundin Julia (Eduki: Zauberstraße), entzückende Willkommenskärtchen in verschiedenen Sprachen gezeichnet. Diese wurden angemalt und schmücken in Zukunft unser Stiegenhaus, damit sich jeder ein bisschen mehr willkommen fühlt.

Ich kann nur empfehlen, den Schüler:innen auch solche "schwierigen" Themen zuzutrauen und eine entsprechende Stunde dazu zu gestalten.

 

 

 

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