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Eine Erlebniserzählung zu schreiben fällt vielen Kindern schwer. Es erleichtert den Schreibprozess aber enorm, wenn sie das Erlebnis auch tatsächlich erlebt haben. Oft sehe ich Angaben, die zwar nett gemeint sind, jedoch, für viele, zu abstrakt dargestellt sind, wie etwa ein Bild, auf dem eine Familie, bepackt mit Rucksäcken, die Spitze eines Berges erreicht und ein kurzer Angabetext, der lautet „Schreibe eine zum Bild passende Erlebniserzählung“. Es gibt Schülerinnen und Schüler, die noch nie mit ihrer Familie wandern waren. Wie sollen sie denn ein Erlebnis nacherzählen, das sie selbst nie erlebt haben?

Es gibt auch Kinder, die sehr talentiert sind und denen Schreiben leicht fällt. Vermutlich ist das so, weil sie viel lesen und auch viel vorgelesen bekommen haben, weil sie einen großen Wortschatz besitzen und sich sprachlich gut ausdrücken können, Kinder, denen Schreiben Spaß macht, die einfach gerne schreiben.

Aber es sollte das Ziel einer Lehrperson sein, allen Kindern Schreiben zu ermöglichen. Daher eignen sich am besten Erlebnisse, die auch tatsächlich passiert sind.

So nahmen wir unseren Kochworkshop als Anlass, eine Erlebniserzählung zu verfassen.

Kochen - essen - schreiben - war unser Motto!

Die Kinder haben so viel erlebt. Angefangen von der Hinfahrt, die Vorfreude und Erwartungen waren groß, denn den Workshop haben wir im Rahmen eines Zeichenwettbewerbs gewonnen. Alle Sinne wurden angeregt. Die Kinder hatten die Möglichkeit selbst Gemüse zu schneiden, einen Teig zu kneten, Äpfel zu schälen und auch eine Tomatensauce zu kochen.

Hier ein paar Eindrücke:

Die verschiedenen Gerüche hatten die Schülerinnen und Schüler noch Tage später in der Nase. Am Ende durften sie auch alles verkosten und aufessen. Die Geschmacksknospen machten Freudensprünge und so erinnerten sich die Kinder ganz genau beim Verfassen des Textes an jedes Detail.

Einige Schülerinnen und Schüler unterstütze ich mit verschiedenen Scaffolding-Methoden

So klappt eine gelungene Erlebniserzählung - und wer noch Unterstützung braucht, hier heißt das Zauberwort "Scaffolding". Mit dem richtigen Gerüst schafft tatsächlich jede Schülerin und jeder Schüler einen eigenen Text zu verfassen. So entwickeln Kinder Freude an Schreiben und sind stolz auf ihre Geschichte, was zu mehr Selbstbewusstein führt. Eine tolle Vorstellung, oder?

Unser Formati-Heft C4 bietet Kindern die Möglichekeit, nach dem Schreiben, auch etwas dazu zu zeichnen.
Das lieben sie - sogar in der 3.Klasse!

Hier ein paar Beispiele unserer Erlebniserzählungen.
Der Kochkurs - Teil 1
Teil  2
Teil 3

 

Kochen leicht gemacht - Teil 1
Teil 2
Teil 3

 

In der Kochstube -  Teil 1
Teil 2

Seit der zweiten Schulwoche in der 1. Klasse arbeiten die Kinder jede Woche am Montag in der 1. Stunde mit dem Formati Heft c.4.

In dieser Stunde ist es die Aufgabe der Kinder, ihre Wochenenderlebnisse bildlich darzustellen. Anschließend erzählen die Kinder anhand ihrer Zeichnungen im Sitzkreis noch einmal mündlich was sie am Wochenende gemacht haben.

Das Arbeiten mit diesem Heft lässt das Differenzieren unkompliziert zu. Kinder die schon Buchstaben und Sätze schreiben können, haben die Möglichkeit von Anfang an ihre Erlebnisse neben dem Zeichne auch niederzuschreiben.

Sobald wir im Unterricht einige Buchstaben erarbeitet haben, sollen alle Kinder in etwa drei Sätze über ihr Wochenende schreiben. Bei manchen Kindern wird es nach den Ferien oder nach speziellen „Events“ am Wochenende etwas länger. 🙂
Diese Sätze werden wiederum im Sitzkreis den anderen Kindern vorgelesen und das passende Bild dazu wird hergezeigt.

Alternativ gestalten wir die erste Stunde manchmal so, dass die Kinder zuerst erzählen und danach malen und schreiben.

In diesem Heft verbessere ich bewusst keine Fehler. Es dient quasi als „Wochenendtagebuch“ und wird von den Eltern gerne und immer wieder gelesen. Rückblickend freuen sich die Kinder, wenn sie sehen, dass es ihnen gelungen ist, von Woche zu Woche mehr Sätze zu schreiben.

Rechtschreibung: In Ausnahmefällen, wenn wir gerade ein Schwerpunktthema im Deutschunterricht haben, z.B. Großschreibung von Nomen, Doppelmitlaute, etc., mache ich die Kinder darauf aufmerksam, dass sie ihren gesamten Text, mit besonderen Fokus auf dieses Thema, noch einmal durchlesen sollen. Den meisten Kindern gelingt es dann auch, Fehler selbstständig zu erkennen und auszubessern.

Das Neue Jahr ist erst drei Wochen alt, hoffe euch allen geht es soweit gut.

In Wien stehen schon die nächsten Ferien vor der Tür, die Semsterferien, was für uns Lehrer zusätzliche Arbeit bedeutet: Lerndokumentationen lesen, Elterngespräche führen und dokumentieren, Förderanträge schreiben, Noten eintragen und und. All meine Notizen und Aufzeichnungen halte ich meistens in Tabellenform fest, genauso wie meine Wochenplanung und auch das Eintragen der Noten erfolgt in tabellarischer Form. Meine Aufgaben inspirierten mich also dazu, auch mit den Kindern eine Art Tabelle zu erstellen, Informationen daraus zu entnehmen und mit ihr zu arbeiten.

In den letzten Wochen haben wir das Thema Kalender, Jahreskreis, Monate, Wochen, Tage durchgenommen. Somit bot sich das Thema "Meine Woche planen" an, in der zum einen das Sachthema bearbeitet als auch das Erstellen einer Tabelle geübt wurde.

Die Kinder wissen, dass ich eine Wochenplanung schreibe, da sie immer auf meinem Schreibtisch vorliegt (im Falle, dass meine Klasse suppliert werden muss), also habe ich das als Anhaltspunkt genommen.

An die Tafel schrieb ich die Wochentage in einer Spalte auf und unterteilte diese in Zeilen. Somit unterschieden wir mal zwischen Spalte und Zeile - was für viele Kinder absolut nicht klar war.

Danach überlegten wir uns, was wir an den jeweiligen Wochentagen immer tun, z.B.: Mo: neue Lernwörter, Di: Morgenyoga und Lesekonferenz, Mi: Lernwortstationen, Do: Malreihen und Kreatives Schreiben, Fr: Wochensitzung und Schreibschrift. Diese Fixpunkte werden an das Sachthema angepasst, das gerade ansteht, wiederholen sich aber immer in der Wochenarbeit. Diese schrieben wir zu dem jeweiligen Wochentag. Anschließend versuchten die Schülerinnen und Schüler zu der Information in der Tabelle einen ganzen Satz zu sagen, z.B. Am Montag erarbeiten wir neue Lernwörter. Am Dienstag machen wir Morgenyoga und lesen in der Lesekonferenz.

Daraufhin waren die Kinder schon sehr aufgeregt und wollten ihre eigene Wochenplanung schreiben, weil das gemeinsame Erarbeiten den Kindern sehr viel bringt und sie motiviert eigene Texte zu schreiben. Das C.4 Heft bietet sich bei dieser Aufgabe wunderbar an, da es links eine glatte Seite und rechts Schreiblinien hat.

Aufgabenstellung: Glatte Seite: Erstelle eine Tabelle mit sieben Wochentagen und trage eine kurze Notiz ein, was du an diesem Tag vorhast. Schreiblinien: Anschließend schreibe deine Planung in vollständigen Sätzen als Text auf.

Bevor wir losstarten konnten, wiederholten wir noch einmal:

Unterschied zwischen Spalte und Zeile
Wochentage - Schultage / Wochenende
Kurze Notiz in die Tabelle
Ganzer Satz im Text - Pro Wochentag mindestens ein Satz
Abwechselnder Satzanfang

Das sind die Ergebnisse:

Tabelle 1
Text 1
Tabelle 2
Text 2
Tabelle 3
Text 3

Nach dem Schreiben versuchen wir die Geschichten so zu präsentieren, sodass alle etwas davon haben. Die Kinder sind ja so stolz auf ihre Texte und wollen sie unbedingt zeigen und vorlesen. Daher ist es mir auch wichtig, dass sie das tun können, z.B. in Form von der "Stillen Reflexion" (siehe Instagrampost auf @schulinsel) oder wie hier: Unsere Lesestraße. Kinder sitzen einander gegenüber und beginnen bei einem fremden Heft zu lesen an. Bei einem akustischen Signal, rücken sie um ein Heft weiter - solange, bis sie wieder beim eigenen Heft ankommen. Somit bekommt jeder einen Eindruck, was die anderen geschrieben haben und können sich etwas mitnehmen. Anschließend gibt es noch einzelne Rückmeldungen. Die Kinder haben dann auch ein befriedigendes Gefühl, dass ihr Text gelesen wurde.

 

Lesestraße (Achtung: das Foto ist zu einem anderen Schreibthema entstanden)

Wie in jeder Klasse habe auch ich Kinder, die ziemlich schnell arbeiten. Mit diesen Kindern habe ich auch zusätzlich eine Tabelle am Laptop erstellt. Kinder wachsen ja von klein auf mit digitalen Medien auf und erleben täglich, welche Rolle Computer, Laptop und Internet im Leben der Erwachsenen spielen. Sie sind daher in der Regel auch motiviert, selbst damit zu arbeiten. Der Einsatz vom Computer in diesem Zusammenhang war nicht geplant, daher auch nur die Erarbeitung in einer Kleingruppe. Wichtig war mir hier, dass die Schülerinnen und Schüler den Unterschied zwischen Spalte und Zeile verstehen. Das kann man hier sehr gut erkennen, weil man ja durch das Vertauschen dieser beiden eine ganz andere Tabellenform erhält. Die Kinder waren auch sehr fasziniert, wie schnell so eine Tabelle mit ein paar Klicks zu erstellen ist. Sie durften dann auch die Tabelle ausfüllen und eine eigene Überschrift gestalten, die Farben ändern, usw.

Prinzipiell versuche ich den Bezug zu digitalen Medien immer wieder im Unterricht aufzugreifen und achte darauf, dass es für das Kind sinnvoll ist. Ich erzwinge kein Thema, weil für mich nicht die Arbeit am Computer im Vordergrund steht, sondern das Kind, dem mithilfe von digitalen Medien eine Aufgabe erleichtert werden kann.

Freue mich, wenn ihr für euch wieder etwas mitnehmen konntet und wünsche euch was bis zum nächsten Mal!

Eure schulinsel

 

Noch rechtzeitig bevor die Neujahrsglocken läuten, will ich euch unsere letzte Arbeit in den Formati Heften zeigen. Selbstverständlich drehte sich alles um Weihnachten, um Wünsche und wer jetzt überhaupt die Geschenke bringt.

In meiner Klasse gibt es sehr viele Überzeugungen und Meinungen zu diesem Thema, da wir ein bunt gemischter Haufen sind. Zum Teil kann das sehr interessant sein, aber oft ist es auch eine Herausforderung - vor allem für mich als Lehrerin - vor allem zu einer Zeit wie dieser.

Es gibt Kinder, die glauben fest an das Christkind, andere denken, dass der Weihnachtsmann die Geschenke bringt. Einige sind überzeugt, dass das Ganze Quatsch ist und es die Eltern sind, die Geschenke unter dem Weihnachtsbaum legen. Dann gibt es auch Kinder, die kein Weihnachten feiern und ganz verwirrt sind. Es ist ihnen nicht sofort klar, dass sie dafür andere Feste feiern. Doch man kommt nicht drumherum und kann/will dieses Thema nicht überspringen. Weihnachten ist für mich mehr als ein christliches Fest. Es ist ein Fest des Miteinanders, der Dankbarkeit, des Friedens und des Neuanfangs. Diese Themen lassen sich sehr schön im Unterricht unterbringen, sodass alle Kinder etwas für sich mitnehmen können.

Es ist aber nicht zu umgehen, dass Kinder auch untereinander sprechen. Die einen erzählen mit großen Augen von den vielen Geschenken. Andere wollen aufklären und behaupten lautstark, dass nur "kleine Kinder" an so einen Unsinn glauben. Ein paar sind bereit zum ersten Mal einen Wunschzettel zu schreiben in der Hoffnung, dass ihr Brief abgeholt und durch Geschenke ersetzt wird. Als Lehrerin weiß man, dass das bei vielen Kindern nicht passieren wird. Lass ich diese Kinder trotzdem einen Brief schreiben und riskiere, dass sie enttäuscht werden, weil sich niemand um die Weihnachtspost kümmert? Schreibe ich überhaupt keine Weihnachtspost mit den Kindern?

Unterstütze ich den Glauben an das Christkind oder den Weihnachtsmann oder sage ich die "Wahrheit"? Ich finde, das ist ein heikles Thema. Vor allem, weil ich nicht weiß, welche Theorie die Eltern zu Hause pflegen.
Weihnachten ist für mich eine lebendige Tradition, die uns bewusst machen soll, dass man im Hier und Jetzt leben soll und zumindest für einen Augenblick alle Sorgen und Probleme ablegen soll. Das ist aus meiner Sicht mit der "stillen Zeit" gemeint, auf die viele Erwachsene bei den ganzen Weihnachtsvorbereitungen vergessen.

Ich habe mit meiner Klasse versucht diesem Zauber von Weihnachten auf den Grund zu gehen und wir haben uns mehrere Wochen lang damit beschäftigt, was uns eigentlich glücklich macht und wofür wir dankbar sind. Außerdem war unser großes Thema "Weihnachten in anderen Ländern". Hierzu haben wir auch eine klasseninterne Weihnachtsfeier mit Eltern gemacht, bei der die Kinder eine Weihnachtslesung veranstaltet und die Erwachsenen über die Bräuche in anderen Ländern informiert haben. Wir sind auch darauf gekommen, dass wir uns alle über Geschenke freuen, aber dass Geschenke, die vom Herzen kommen, eine viel größere Bedeutung haben. Daher haben wir auch das "Shape of you" von Ed Sheeran umgetextet und daraus "Geschenke, die vom Herzen kommen" gemacht. All das und mehr könnt ihr wieder unter @schulinsel auf Instagram nachlesen.

Mit dem Schlitten um die Welt @schulinsel

Nun zum Schreibprozess: Für Kinder ist der schwierigste Teil beim Verfassen von Texten das Planen von Texten. Besonders für Kinder mit anderen Erstsprachen, die noch einen geringen Wortschatz haben, kann das eine Herausforderung sein. Weil aber alle Kinder einen Brief und nicht nur einen Wunschzettel mit Wünschen schreiben wollten, habe ich versucht das Schreibangebot so vorzubereiten, sodass jedes Kind einen Brief verfassen konnte.

Weihnachtspost-Werkstatt

Diese drei Schritte waren für das Schreiben ausschlaggebend:

An wen schreibe ich meinen Brief?
Empfänger

Hier habe ich den Kindern frei gelassen, ob sie an das Christkind, den Weihnachtsmann oder die Eltern schreiben wollen.

Wünsche formulieren

Damit jeder Satz anders klingt, habe ich einige Muster vorgeschrieben, die die Kinder nutzen konnten.

Grußformel

Damit der Brief mit seinen ganzen Komponenten auch vollständig ist, darf natürlich die Grußformel - in diesem Fall  die Weihnachtsgrüße - nicht fehlen.

Ein Kind meinte zu mir, es habe nicht so viele Wünsche. Es würde aber die Wünsche von Mama, Papa, Oma, Opa, Onkel usw. kennen und ob es einen Wunschzettel für die ganze Familie schreiben darf. Das ist ihm auch sehr gut gelungen 🙂

Auch viele andere Briefe sind sehr entzückend geworden.

Die Kinder haben zuerst den Brief in ihr Formati C4-Heft geschrieben. Ich kann immer wieder betonen, wie sehr es die Kinder lieben, ihre Geschichte auch mit einem Bild abzuschließen. Das ist ausgezeichnet mit der glatten Seite links, die das C4 bietet. Anschließend haben sie ihren Brief mit mir durchgeschaut und zum Schluss nochmal "schön" auf ein weihnachtliches Briefpapier abgeschrieben, sodass sie es zu Hause aufs Fensterbrett legen konnten. Mit ganz viel Glitzer und schönen Seidenbändern durften die Kinder ihre Briefe verzieren, was ein Riesenspaß war.

Hier einige Ergebnisse:

Ich wünsche euch, dass ihr alle den Zauber von Weihnachten erkennen konntet, Gelassenheit und Mut habt ihn auch im neuen Jahr immer wieder in den Sinn zu rufen, sodass ihr nicht nur in der Weihnachtszeit, sondern jeden Tag kleine Wunder erlebt, euch alles leicht fällt und ihr reine Freude verspürt, was auch immer ihr macht. Dann wacht das Kind in euch nicht nur an Weihnachten auf, sondern begleitet euch durchs ganze Jahr.

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins Jahr 2018.

Eure schulinsel

 

Der Herbst und auch die Zeit rund um das mittlerweile auch in Europa verbreitete Halloweenfest, das mit seinen unheimlichen Bräuchen und Kürbislaternen die Lust am Gruseln aber auch am Kreativsein weckt, bringt viele Schreibanlässe mit sich.

Ich zeige euch, wie ich diese Motivation in meiner 2. Klasse dieses Jahr genutzt habe und möchte auch einen direkten Vergleich zum letzten Jahr aufzeigen, aber auch ein paar Impulse geben, welche Möglichkeiten es gibt, Kinder zum kreativen Schreiben aufzufordern, sodass sie selbst das Bedürfnis verspüren schöpferisch werden zu wollen. Denn die wenigsten nehmen sich selbst vor zu schreiben, sie brauchen das richtige Werkzeug und die notwendige Motivation, um sich zuzutrauen durch das Schreiben andere sehen zu machen (Zitat: Joseph Conrad).

Auch der Deutschlehrplan sieht vor, dass das Verfassen von Texten so zu gestalten ist, dass es persönlichkeitsstärkend und kreativitätsfördernd auf die Schülerinnen und Schüler wirkt.

Letztes Jahr zu dieser Zeit (8. Schulwoche in der ersten Klasse), haben wir mittels einfacher Rhythmusinstrumente eine Halloweenklanggeschichte vertont, gruselige Kreidemonster gemalt und anschließend Lernwörter aus der Geschichte in unsere Formati Hefte geschrieben. Für die Phonem-Graphem-Zuordnung eignet sich das Vertonen von Wörtern auch gut, sodass sich die Schülerinnen und Schüler beim Schreiben leichter getan haben. Das ist so zu verstehen, dass wir den vorhandenen Selbstlauten (bei uns waren es o, u, i -> Tor, Turm, mit), einen Klang zugeordnet haben.

In der ersten Klasse nutze ich für das kreative Schreiben immer ein glattes Heft, weil den Kindern noch die Orientierung fehlt und sie einfach viel „Freiraum“ zum Schreiben brauchen. Die Schrift ist mal riesengroß, dann wieder mäuschenklein. Anfangs ist das in Ordnung so, denn die Freude am Schreiben muss erhalten bleiben, nein, viel mehr muss sie gestärkt und verdoppelt, verdreifacht werden. Das wünsche ich mir für jedes Kind.
Um aber auch das Bewusstsein für die Buchstabengröße zu schaffen und auch die Notwendigkeit des Abstandes zwischen den einzelnen Wörter zu verstehen, denn der Leser soll natürlich nachvollziehen können, was der Autor mitteilen will, verwende ich das Schreibheft S3. Es ist klein, pro Seite hat es sechs Zeilen. Das ist für die Kleinen beim Erstschreiben ausreichend und sie bewahren den Überblick, wie viel sie schreiben sollen. Sehr hilfreich sind auch die dreiteiligen Zeilen. Ich arbeite nach dem Dach-Haus-Keller-Prinzip, was viele von euch kennen werden, um den Kindern verständlich zu machen, dass ein p beispielsweise vom Haus in den Keller geht, ein a nur im Haus steht, ein f aber vom Dach bis in den Keller reicht.
Tipp: Ich weiß, anfangs nimmt es sehr viel Zeit in Anspruch die Wörter vorzuschreiben. Ich kopiere daher eine leere Seite aus dem Heft, schreibe ein Mal vor und klebe die Streifen genau auf die Linien ein.

S3 - 1.Klasse Halloween

In der zweiten Klasse haben die meisten Kinder kein Problem mehr mit der Orientierung in den Heften, sodass ich auf ein Formati Heft umsteige, das zweiteilige Schreibzeilen hat (Dach=Haus, Keller). Unsere Halloweengeschichten sind im Heft C4 geschrieben. Dieses Modell verwende ich für Kreatives Schreiben. Parallel dazu, für gezielte Übungen aus dem Buch bzw. mit grammatischen Schwerpunkten, nutzen wir die Schreibhefte S4 (auch zweiteilige Zeilenführung). Für Quereinsteiger, die das Schreiben erst erlernen müssen bzw. für Schülerinnen und Schüler, die noch immer eine dreiteilige Liniatur benötigen, gibt es das C-Heft auch mit dreiteiligen Zeilen, das C1. Den anderen Kindern fällt es nicht auf, dass das Kind ein anderes Heft hat und für dieses bestimmte Kind ist es eine Erleichterung.
Das ist der Riesenvorteil an der aufbauenden Lineatur der Formati-Hefte!

Hier nun einige Beispiele für unsere Halloweengeschichten:

C4 - 2.Klasse Halloween

Als Vorübung haben wir aus einem schwarzen Kessel (ein alter schwarzer Topf) Grusel-Wörter gezogen und Sätze gebildet (z.B.: der Kater – Plötzlich springt ein schwarzer Kater aus dem Gebüsch).

Anschließend haben wir eine Reihumgeschichte erzählt. Verschiedene Satzanfänge habe ich in die Mitte des Sitzkreises gelegt. Ein Kind hat einen Satzanfang ausgewählt und mit einem Einleitungssatz  begonnen (Ideen zum Textaufbau Einleitung-Hauptteil-Schluss könnt ihr unter meiner Instagramseite schulinsel nachlesen unter „Textpolizei“), dann folgte das nächste Kind usw. bis wir zu einem Schluss gekommen sind. Auf der Tafel habe ich die Erzählkurve mit „Einleitung, Hauptteil, Schluss“ mitgezeichnet, damit die Kinder wissen, wann sie zum Ende kommen sollen.

Endlich konnten die Kinder mit dem Schreiben beginnen. Ihr glaubt es gar nicht, meine Kinder sprühen dann vor eigenen Ideen und sind sowas von mitteilungsbedürftig 🙂 Das Gefühl ist unglaublich, wenn ich sehe, wie motiviert sie sind. Als Hilfsmittel konnten sie sich einen Ausschnitt eines Satzes nehmen (von zaubereinmaleins), und drumerum sich eine Geschichte ausdenken. Viele Kinder wollen das gar nicht und schreiben ganz allein eine schaurig-schöne Halloweengeschichte.

Was die Korrekturen angeht, ist das Geschichtenheft den Kindern heilig. Es sind ihre Gedanken. Das ist das einzige Heft, indem der "Lehrerstift" keinen Platz hat, denn der Weg ist hier das Ziel, sie sollen gerne schreiben. Beim Schreibprozess weise ich die Kinder auf die Fehler hin, schreibe es auf einen Zettel, wenn notwendig, aber die Korrekturarbeit gehört zum Schreibprozess dazu und die Kinder erledigen das selbst. Wörter, die sie nicht kennen, holen sie sich von mir. Dafür hat jedes kind ein kleines Notizheft. So wird ihnen auch immer wichtiger in den anderen Heften ordentlich zu arbeiten, weil ihnen das "Fehlerfreie" einfach viel zu gut gefällt 🙂

Ich hoffe, dass ihr durch diesen Eintrag auf eigene Ideen für euren Unterricht gekommen seid und freue mich über Rückmeldung, Fragen oder Wünsche, was ihr aus der Praxis gerne sehen würdet.

Schöne und gruselige Herbstferien für alle, die welche haben!

Bis bald!

Eure schulinsel

Die Arbeit mit Tierbeschreibungen bzw. Tiersteckbriefen umfasst einerseits den Lernbereich Natur im Sachunterricht und gleichzeitig den Bereich des Texte Verfassens in Deutsch mit dem Ziel der Information.

Vermittelt wird hier das Gewinnen von Grundkenntnissen über verschiedene, nach eigene Interesse ausgewählte Tierarten, verbunden mit dem im Deutschunterricht verlangtem Schreiben von Sachverhalten in ganzen Sätzen gepaart mit dem Erlernen strukturierter Arbeitsweisen.

Anbei die ausführliche Übungsanleitung zum Ausdrucken: Anleitung: Tiersteckbrief

Fach:  Sachunterricht – Lernbereich Natur sowie Deutsch – Texte verfassen
Arbeitsmittel: Formati Creativ-Heft W.6 „Wolkenheft“, Formati Creativ-Heft C.4, Formati Schreib-Heft S.3, Tierabbildungen und Fotos

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